Konzept, Technik und Bedienung: Die neue User Experience Mercedes-Benz MBUX Infotainment-System bringt KI ins Cockpit

Der Automobilkonzern Mercedes Benz hat auf der CES in Las Vegas sein neues MBUX Cockpit präsentiert, das aus den drei Basiskomponenten Touchscreen, Touchpad auf der Mittelkonsole und im Lenkrad integrierten Touch-Control-Knöpfen besteht. Im Frühjar soll das MBUX Infotainment-System in der neuen A-Klasse in Serie gehen, gefolgt von der gesamten neuen Kompaktwagen-Generation von Mercedes-Benz. Stolz sind die Autobauer auf ihre eigene lernfähige Künstliche Intelligenz. Auch Google Assistant und Amazon Alexa dürfen mitfahren.

Mercedes will seinen Fahrern mit dem MBUX Infotainment-System ein neues Nutzererlebnis bieten

MBUX LINGUATRONIC: Mercedes Sprachassistent im neuen Cockpit

Das neue Mercedes MBUX Cockpit ist für Mercedes ein weiterer Schritt zum Ziel, das Fahrzeug zum mobilen Assistenten zu machen. Die lernende Künstliche Intelligenz von Mercedes dient dem Fahrer als Sprachassistent, wie sie Smart Home-Nutzern auch via Google Assistant oder Amazon Alexa bekannt sind. Im Gegensatz zur herkömmlichen Sprachsteuerung in Automobilen soll die LINGUATRONIC der MBUX auf fast jedes Wort „gehorchen“ und ein natürliches Sprachverstehen bieten – zumindes soweit es Sätze betrifft, die mit Infotainment-Bereichen und Fahrzeugbedienung zusammenhängen.

Die Mercedes MBUX LINGUATRONIC Technologie dient als Sprachassistent und versteht auch indirekte Bezüge

Folgende Sätze bereiten der Mercedes MBUX LINGUATRONIC keine Schwierigkeiten, dabei wird die Künstliche Intelligenz auch aktiv, wenn nur indirekte Bezüge bestehen:

  • „Scheint die Sonne morgen in Miami?“
  • „Brauche ich morgen eine Sonnenbrille in Miami?“
  • „Mir ist kalt“ (Statt: „Temperatur auf 24 Grad“)

Eine Schlüsselaktivierung wie bei einem Amazon Echo oder Google Home ist aber immer noch nötig, damit die MBUX LINGUATRONIC weiß, dass sie gemeint ist. Diese erfolgt entweder über eine Taste am Lenkrad oder mit dem Kommando „Hey Mercedes“.

Dank der Lernfähigkeit der Mercedes MBUX LINGUATRONIC soll der Sprachassistent von Mercedes auch Nicht-Muttersprachler besser verstehen und der Software dabei helfen, neue Modewörter oder einen sich verändernden Sprachgebrauch zu lernen.

Aber auch die Steuerung von Amazon Alexa- und Google Assistant-Geräten ist während der Autofahrt mit dem Mercedes möglich. Sowohl Google Assistant als auch Amazon Alexa können laut Fahrzeughersteller mit allen Mercedes-Benz Modellen der Baujahre 2016 und 2017 in den USA, Großbritannien und Deutschland genutzt werden.

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Mercedes MBUX Sprachassistent arbeitet auch offline

Gibt der Mercedes Fahrer einen Sprachbefehl an MBUX LINGUATRONIC weiter, werden diese von Nebengeräuschen befreit und in komprimierter Form an den Rechner im Fahrzeug und den Cloud-Server übermittelt. Von dort werden die Antworten dann auf das Fahrzeug zurückgespielt. Ist keine Onlineverbindung vorhanden, übernimmt der Rechner im Fahrzeug.

Der Homescreen des Mercedes MBUX Cockpits bietet eine intuitive Bedienung und sorgt für Überblick

Die intuitive User Experience des neuen Mercedes MBUX Cockpits

Informationen stellt das neue Mercedes MBUX Cockpit auf einem frei stehenden Widescreen dar, das in drei Ebenen gegliedert. Mit jeder Ebene – von Mercedes Screen genannt - steigt die Menge an Informationen, die dem Fahrer zur Verfügung gestellt werden. Das Wort Screen kann hier etwas irreführen, denn es handelt sich dabei nicht um ein Extra-Display sondern gemeint ist ein Navigationsfeld bzw. Menüfeld auf dem Display:

  • Homescreen: Der Homescreen des Mercedes MBUX Cockpits befindet sich auf der rechten Seite und beinhaltet frei wählbare Applikationen wie Telefon, Navigation und Radio, die wichtige Basis-Informationen liefern, wie Ankunftszeit, Radiosender, Status der Bluetooth-Verbindung usw.
  • Basescreen: Der Basescreen des Mercedes MBUX Cockpits beschreibt Anzeigen und Bedienelemente unter der Hauptapplikation. Hier werden wichtige Informationen oder Steuerfunktionen angezeigt. Zum Beispiel ein Icon unter der Telefon-Applikation, die das Adressbuch symbolisiert.
  • Untermenü: Das Untermenü stellt die unterste Ebene des Displays dar und zeigt selten genutzte Funktionen und Einstellungen an.
  • Fullscreen-Modus: Der Fullscreen-Modus des Mercedes MBUX Cockpits nutzt die gesamte Displayfläche. So kann der Fahrer zum Beispiel die Navigation bei Bedarf prominent einblenden.
Das Mercedes MBUX System erlaubt die Einblendung von Applikationen im Fullscreen-Modus

MBUX Infotainment: Bedienung über Touchscreen, Touchpad und Touch-Control Buttons

Die Bedienung des MBUX Cockpits erfolgt entweder über Touchscreen, Touchpad oder Touch-Control Buttons. So kann der Fahrer über Touch-Display z. B. jederzeit die Navigationskarte vergrößern oder die 3D-Darstellung des Fahrzeugs aufrufen, drehen oder an Details heranzoomen. Dazu sind nur zwei Finger nötig, wie bei einem Smartphone oder einem Tablet-PC. Für die nötige Rechenleistung sorgt ein Nvidia Grafik-Chip, wie er in Spielkonsolen verbaut wird.

Neue Dienste für Mercedes-me für die Infotainment-Generation MBUX

Gleichzeitig mit dem neuen Mercedes MBUX Cockpit gehen auch neue und verbesserte Mercedes me-Dienste an den Start: So werden nun auch herannahende Rettungsfahrzeuge auf der Navigationskarte dargestellt. Steht der Mercedes nachts frei auf der Straße und wird von Passanten angerempelt erfolgt beispielsweise eine Nachricht an den Besitzer. Oder auch, wenn das Fahrzeug abgeschleppt wird. Außerdem erinnert die Mercedes me App seinen Besitzer daran, rechtzeitig loszufahren, um pünktlich zum Meetingstart in der Firma zu sein. Die Mercedes me App-Sammlung kann als Icon – wie alle Hauptapplikationen – frei auf dem Homescreen des MBUX Cockpits platziert werden.

Augmented Reality mit Mercedes MBUX erlaubt Navigation mit Videohinweisen

Ein weiteres Highlight des Mercedes MBUX-Systems ist eine von Augmented Reality ergänzte Kartendarstellung. Dabei wird die mit der Frontkamera aufgezeichnete Umgebung um Navigationsinformationen wie Hinweispfeile oder Hausnummern angereichert und direkt auf dem Touchscreen eingeblendet. Der Fahrer soll so wichtige Positonsmarken rechtzeitig erkennen.

Die Anordnung der Applikationen auf dem Display des MBUX Infotainment-Systems lässt sich personalisieren

Kurzanalyse: Sprachassistenten suchen Mitfahrgelegenheit

Mercedes zeigt wohin die Reise geht. Die virtuellen Sprachassistenten und Künstlichen Intelligenzen halten Einzug ins Auto. Mercedes entwickelt an seiner eigenen KI und Sprachassistenz mit MBUX LINGUATRONIC und erlaubt gleichzeitig die Unterstützung von Smart Home Sprachassistenten wie Google Assistant und Amazon Alexa. Damit können Nutzer von smarten Geräten, die sie zuhause über Google Home oder Amazon Echo steuern auch unterwegs vom Auto aus bedienen und zum Beispiel auf dem Weg nach Hause von der Arbeit die Heizung aufdrehen. Wie wichtig die lückenlose Vernetzung ist, erkennt man am Bestreben von Google mit Google Auto seinen Google Assistant in die Fahrzeuge der Automobilhersteller integriert zu bekommen. Und auch Elektrogerätehersteller Samsung öffnet seine Smart Home-Plattform SmartThings und seine Künstliche Intelligenz Bixby für Dritthersteller.

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Ulrich Klein

Ausbildung als Verlagskaufmann und Studium der Betriebswirtschaft, danach mehrjährige Tätigkeit als Redakteur und freier Journalist für verschiedene Print- und Online-Publikationen. Nach einem mehrjährigen Schwenk ins Marketing als Copywriter jetzt Redakteur bei homeandsmart.de. Immer neugierig auf die Technik- und Digitaltrends von morgen und wie sie schon heute unser tägliches Leben verändern. Definitiv Team Alexa.