Reichweite von Elektroautos: der Reichweiten Vergleich Elektroautos mit der größten Reichweite: Top 10 Ranking

Die neuen Modelle auf dem Stromer-Markt sind da – und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zwar erreicht die neueste Generation der Elektroautos immer noch nicht die Reichweite der herkömmlichen Verbrennungsmotoren, aber dank größerer Reichweite und eines besser ausgebauten Ladesäulenversorgungsnetzes sind die Zeiten der bangen Blicke auf die Ladeanzeige längst Geschichte. In unserem Reichweiten-Ranking zeigen wir, wie weit Sie mit den aktuellen Modellen fahren können und ob sich die Herstellerangaben in der Praxis auch bestätigen.

Tesla Model S P100D - das Topmodell der Reihe

Platz 1: Tesla Model S mit 623 Kilometern

Ungeschlagener König der Reichweiten ist das Model S vom Marktführer Tesla. Mit einer NEFZ-Weite von 623 Kilometern ist das Tesla Model S 100D auf Platz eins in unserer Reichweiten Top 10 Liste. Auch im Alltag schafft die Oberklasse-Limousine immer noch stolze 400 bis 500 Kilometer und eignet sich damit auch für die Urlaubsreise in den Süden. Den Stromer gibt es ab einer Leistung von 315 kW (428 PS) im derzeitigen Einstiegsmodell Model S 75D bis hin zu 515 kW (700 PS) im Model S P100D. Von 0 auf 100 spurtet das Model S dann je nach Ausführung in flotten 2,7 bis 4,4 Sekunden, bei 250 km/h wird dann allerdings spätestens abgeregelt. Einen Haken gibt es dennoch: An einer Haushaltssteckdose braucht der Tesla Model S bis zu 45 Stunden für eine Vollladung. Schneller lädt der Tesla mit seinem Typ 2-Stecker, zu Hause an einer Wallbox oder unterwegs an den Tesla exklusiven Superchargern. Nach nur 30 Minuten wird mit einem Supercharger wieder genug Strom für die nächsten 275 Kilometer betankt.

Platz 2: Tesla Model X mit 565 Kilometern

Durch sein auffallendes Äußeres mit den eindrucksvollen Flügeltüren verströmt der Tesla Model X einen Hauch von Zurück in die Zukunft. Auch die technischen Daten klingen mehr als zukunftsträchtig. Mit einer Reichweite von ca. 565 Kilometern (NEFZ) reiht sich das Model X 100D knapp hinter dem Model S P100D ein. Die an jeder Achse sitzenden Drehstrommotoren liefern auf dem Papier eine Gesamtleistung von 245 kW (328 PS) bis 568 kW (773 PS) und beschleunigen das SUV in 3,1 bis 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ähnlich wie beim Tesla Model S ist auch hier bei maximal 250 km/h Schluss. Die Batterieleistung beträgt je nach Modell zwischen 75 kWh und 100 kWh. Die Ladezeiten fallen dank dem gleichen Bordlader identisch zum Model S aus. Die etwas langsamere Beschleunigung und die kürzere Reichweite sind, bei den sonst identischen Leistungsdaten, dem Gewicht und dem größeren Luftwiderstand geschuldet.

tesla-model-x-elektromobilitaet-x-wing-tueren-elektroauto-suv

Platz 3: Opel Ampera-e mit 500 Kilometern

Für eine kleine Überraschung in unserem Ranking sorgt der neue Stromer von Opel – der Ampera-e bringt es auf eine beachtliche NEFZ-Reichweite von 500 Kilometern. Bei einem echten Wert von 380 Kilometern landet er damit knapp hinter den Fahrzeugen von Tesla auf Rang 3. Unter der Haube des Rüsselsheimers steckt ein 150 kW (204 PS) starker Elektromotor, der das Auto in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt. Im Gegensatz zu den Boliden des Marktführers regelt er schon bei einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h ab. An einer normalen Haushaltssteckdose mit 2,3 kW Leistung, dauert es etwa 26 Stunden, bis der Opel Ampera-e voll aufgeladen ist. Leider lädt der Opel Ampera-e zu Hause einphasig nur bis maximal 4,6 kW, obwohl der verbaute Bordlader 7,2 kW vertragen würde. In Deutschland begrenzt der Netzbetreiber aus Gründen einer möglicher Schieflast, die maximale Abgabe bei einer einphasigen Anbindung auf 4,6 kW. Dadurch dauert der Ladevorgang einer 60 kWh Batterie schon etwas länger als bei anderen Elektromodellen. Unterwegs geht das Laden aber dann, dank einer serienmäßigen CCS Steckdose, schon wesentlich schneller. Innerhalb einer halben Stunde stehen wieder 150 Kilometer Reichweite zur Verfügung, wenn man über eine DC-Schnellladesäule betankt.

Der Opel Ampera-e ist nicht nur in der Stadt zu Hause.

Platz 4: Tesla Model 3 mit 499 Kilometern

Mit dem Model 3 gesellt sich erneut ein Tesla in die Reichweiten Liste und platziert sich unter den Top 5 und ist dabei nur um einen Kilometer am Platz 3 vorbeigeschrammt, den er sich dann mit dem Opel Ampera-e teilen müsste. Mit seinem Long-Range-Akku gegen Aufpreis schafft der sportliche Amerikaner satte 499 km (NEFZ) und übertrifft damit die Basisvariante um etwa 150 km. Die Mittelklasse-Limousine aus dem Hause Tesla in der Long-Range-Ausführung kommt damit zwar nicht ganz so weit wie seine Geschwister-Modelle, ist dafür aber deutlich günstiger eingepreist und damit für eine breitere Käuferschicht erschwinglich. Der Gleichstrommotor mit maximal 192 kW (261 PS) jagt das Elektroauto damit von 0 auf 100 in knapp über 5 Sekunden. Am Supercharger lässt sich die Standardbatterie in nur 30 Minuten mit Strom für 209 Kilometern beladen, bei der Langstrecken-Batterie sind es 275 Kilometer.

Tesla Model 3 - ein bezahlbares E-Auto für den Alltagsgebrauch

Platz 5: Renault Zoe mit 400 Kilometern

Auf Rang 5 liegt mit dem Renault Zoe Z.E. 40 ein Fahrzeug aus dem Nachbarland Frankreich. Der kleine Franzose mit dem bösen Blick bringt es auf respektable 400 Kilometer NEFZ-Reichweite, in der Realität entspricht dies etwa 300 Kilometer, und ist damit auch für längere Fahrten gut gerüstet. Mit einer Leistung von 68 kW (92 PS) und dem Sprint von 0 auf 100 in 13,2 Sekunden eignet er sich hervorragend als Stadtauto oder für Ausflüge in die nähere Umgebung. Bei einer Ladeleistung von 22 kW ist die Batterie nach etwa 1 Stunde und 38 Minute wieder zu 80 % aufgeladen. Bei 2,3 kW nimmt der Vorgang bis zu 25 Stunden in Anspruch. Eine DC-Lademöglichkeit gibt es jedoch auch nicht gegen Aufpreis zu bestellen.

Der Renault Z.E. bietet mittlerweile mehrere verschiedene Modelle zur Auswahl

Platz 6: BMW i3 mit praxisnahen 300 Kilometern

Der kompakte i3 mit dem futuristischen Aussehen reiht sich auf den 6ten Platz ein, den er eigentlich dem e-Golf überlassen müsste. Doch BMW bietet für den i3 einem zusätzlichen Range Extender (Benzinmotor, der die Batterie während der Fahrt wieder auflädt) an, der für eine zusätzlich Reichweite sorgt. Damit verlängert sich der Aktionsradius des BMW i3 nochmals zusätzlich um etwa 120 Kilometer, so dass letztendlich etwa 300 echte Kilometer zusammenkommen. Wenn man es genau nehmen würde, so könnte der BMW i3 mit Range Extender auch als Hybrid gewertet werden und müsste aus dieser Top 10 Liste entfernt werden. Doch das diese Sonderform nur als Option verfügbar ist und es uns um die maximale Reichweite geht, darf er auf dem 6ten Platz, mit dem Hinweis darauf, gelistet bleiben. Der Stromer aus Bayern schafft mit seinen 125 kW (170 PS) eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und beschleunigt von 0 auf 100 in 7,2 Sekunden. Geladen werden kann der BMW i3 über eine normale Haushaltssteckdose. Eine Ladung dauert etwa 12 Stunden. Über einen Typ 2-Ladestecker und die optionale Schnellladefunktion kann diese Zeit auf nochmals verkürzt werden.

Der BMW i3 ist ein Elektroauto mit hochwertigem Interieur und schöner Optik

Platz 7: VW e-Golf mit 300 Kilometern

Optisch ist er kaum vom Bruder mit Verbrennungsmotor zu unterscheiden. Unter der Haube schlummert beim VW e-Golf aber ein Synchronelektromotor mit 100 kW (136 PS). Der Wolfsburger schafft mit einer Ladung etwa 300 Kilometer laut NEFZ und eignet sich damit, für den Stadtverkehr oder Fahrten in die nähere Umgebung. In der Spitze schafft das Fahrzeug 150 km/h, von 0 auf 100 sind es weniger als 10 Sekunden. Aufgeladen werden kann der kleine Flitzer an einer herkömmlichen SchuKo-Steckdose (Ladedauer ca. 17 Stunden) oder über einen Typ 2-Anschluss (Ladedauer ca. 10,5 Stunden). Mit einem kombinierten Ladesystem (CCS) schrumpft die Dauer auf eine knappe Dreiviertelstunde für eine 80 prozentige Akkuladung.

Der VW e-Golf bietet eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h

Platz 8: Hyundai IONIQ mit 280 Kilometern

Die Modelle des Herstellers aus dem südkoreanischen Seoul gibt es als elektrische Varianten mit oder ohne Verbrennungsmotor. Die die rein elektrische Version des IONIQ schafft es etwa 280 Kilometer weit. Ein Ausflug in den Vorort ist damit locker drin. Bei einer Endgeschwindigkeit von 165 km/h regelt der 88 kW (120 PS) starke Motor zwar ab, mit einer Beschleunigung von 11,5 Sekunden für 0 bis 100 km/h ist der IONIQ für ein Kräftemessen an der Amel aber ohnehin nicht geeignet. Das Fahrzeug verfügt serienmäßig über einen CCS-Combo-2-Gleichstromladeanschluss, mit dem der Akku in nur 23 Minuten auf 80 % aufgeladen werden kann. Über eine normale SchuKo-Steckdose dauert der Vorgang maximal 12 Stunden, an einer Wandladestation ca. 6,5 Stunden.

Hyundai IONIQ Elektro erkennbar am Kühlergrill ohne Lufteinlässe

Platz 9: KIA Soul mit 250 Kilometern

Ebenfalls aus Seoul stammt der Minivan von KIA mit einer NEFZ-Reichweite von bis zu 250 Kilometern. Damit liegt der 81 kW (110 PS) starke Südkoreaner deutlich hinter den Wettbewerbern und ist mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 11,3 Sekunden und 145 km/h Spitze auch kein Rennwagen. Als innerstädtischer Begleiter ist der kompakte Flitzer aber bestens geeignet. Ausgestattet ist der Kia Soul mit einer Schnellladetechnologie, mit der der Akku innerhalb von 33 Minuten auf mehr als 80 % aufgeladen werden kann. Der Kia Soul verfügt zudem über ein integriertes Wärmepumpensystem, mit dessen Hilfe die Abwärme aus dem Kühlwasser ins Heizsystem geleitet wird. Das spart Energie und erhöht die Reichweite des Akkus.

Das Elektroauto Kia Soul EV ist ein dynamiker in jeder Lebenslage.

Platz 10: Nissan Leaf mit 200 Kilometern

Die kompakte Limousine aus Japan bildet mit einer NEFZ-Reichweite von 200 Kilometern das Schlusslicht unseres Rankings. Doch ist dies vielleicht nicht ganz fair, den aktuell kann bereits das 2018er Modell bestellt werden, das eine größere Batterie verbaut hat und mit einer Reichweite von 380 Kilometer aufwartet. Doch der alte Nissan Leaf ist nun mal das am meisten verkaufte Elektroauto weltweit und darf ruhig noch ein letztes Mal in der Top 10 Liste geführt werden, bevor er von seinem Nachfolger und anderen kommenden Elektroautos verdrängt wird. Der Elektromotor des Leaf leistet 80 kW (109 PS) und kommt damit auf eine Höchstgeschwindigkeit von 144 km/h. Von 0 auf 100 spurtet er in 11,5 Sekunden. Aufgeladen werden kann das Fahrzeug auf zwei Arten: mit dem integrierten Ladeanschluss Typ 1 (Vollladung in 16 Stunden) oder einem CHAdeMO-Gleichstromanschluss für Schnellladung, mit dem ein Ladezustand von 80 % in ungefähr 20-30 Minuten erzielt werden kann.

Der Nissan Leaf ist das meistverkaufte Elektroauto weltweit.

Fazit – die Dominanz aus USA ist deutlich

Der Elektroauto Pioneer aus USA schafft es fast alle vorderen drei Plätze unter sich aufzuteilen. Zum Glück kann der Opel Ampera-e zumindest einen kleinen Keil zwischen das Trio treiben auch wenn der Vorsprung sehr erbsenzählerisch ausfällt. Doch wenn man dem vermeintlich deutschen Hersteller jetzt für diesen Achtungserfolg auf die Schultern klopfen möchte, muss gesagt werden, das der Opel Ampera-e noch nie wirklich aus Rüsselsheim kam, sondern ein Zwillingsbruder des Chevrolet Bolt ist und sich mittlerweile unter der Obhut des französischen PSA-Konzern befindet. Damit bleiben noch Platz sechs und sieben für Deutschland. Doch das soll sich bald ändern, denn mittlerweile dürften viele Autohersteller wachgerüttelt sein. Der Elektroauto-Markt kommt immer mehr in Fahrt und wahrscheinlich hat sich bei Redaktionsschluss die Reihenfolge bereits wieder geändert, zumal in Genf wieder etliche neue Elektroautos präsentiert wurden - auch von ansässigen Herstellern.

Lesetipps zum Thema Elektromobilität

Das Elektroauto | Was es beim Kauf zu beachten gibt
Elektroauto vs. Benziner: Hier liegen die Unterschiede
Wallbox | Die Zapfsäule für das Elektroauto
Mit dem Elektroauto in den Urlaub

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
gefällt das
Gefällt mir Gefällt mir nicht
Sie können den Artikel nur einmal bewerten.
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Michael Artmann

Ausbildung in Kommunikationselektronik und Informationstechnik. Mehrere Jahre bei einem internationalen PC-Hersteller tätig – Lieblingsaufgabe: Prototypen-Tests für den Europäischen Markt. Schwerpunkte: Video/3D/Netzwerke. Nachgelegt: Studium Energiemanagement. Sieht die Welten von IT und Energiewirtschaft zusammenwachsen. Heute business developer bei einem Energiekonzern und unersetzliche Unterstützung der homeandsmart.de-Redaktion.